Bluthochdruck

stellt in einer internistischen Praxis eine der häufigsten Risikofaktoren beziehungsweise Erkrankungen dar.

Eigentlich positiv ist: Bluthochdruck tut nicht weh, viele Menschen merken ihren erhöhten Blutdruck nicht, fühlen sich oft sogar sehr wohl damit.
Negativ ist: Ein über lange Zeit erhöhter Blutdruck (in aller Regel gilt in Europa die Grenze von 140/90 mmHg) kann unbehandelt sehr schwerwiegende Auswirkungen haben:

Eine Behandlung wird vor allem deshalb empfohlen, um langfristig Schäden von den inneren Organen (insbesondere Herz, Niere, Gefäße) abzuwenden und allgemein das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu senken.

Aus kardiologischer Sicht besteht die Gefahr, dass ein langjährig zu hoher Blutdruck zu einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) führt. Unter diesem Aspekt ist eine Früherkennung und gegebenenfalls Behandlung extrem wichtig.

Grundregeln zur Blutdruckmessung:

Nach 5 Minuten in Ruhe, im Sitzen, möglichst auf der Seite, auf der der höhere Blutdruck gemessen wird.
Bei unplausiblen Blutdruckwerten sollte eine Kontrollmessung nach ca. 2 Minuten durchgeführt werden.
Es sollte, vor allem anfangs,  zu verschiedenen Zeiten, unter Umständen auch einmal nachts gemessen werden.
Eine Dokumentation ist sinnvoll, um selbst  ein Bild vom Verlauf des Blutdrucks (der nie konstant immer im  gleichen Bereich liegt) zu erhalten und eine Gesprächsgrundlage für das Gespräch mit dem Arzt zu haben.

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Behandlung des Bluthochdrucks

Bei einer gesicherten Diagnose steht zunächst einmal
die Durchführung von Allgemeinmaßnahmen wie Gewichtsreduktion mit/durch körperliche Ausdauerbetätigung,
eine Überprüfung einer möglicherweise erhöhten Zufuhr von Kochsalz  und natürlich die
Frage im Raum, ob möglicherweise ein gestörter Schlaf mitverursachend ist.

Internisten werden dann häufig empfehlen, eine Behandlung mit in aller Regel gut verträglichen Medikamenten in Tablettenform einzuleiten.

Die  Medikamente, die am häufigsten eingesetzt werden kommen aus den 4 folgenden Wirkstoffgruppen:

1. Entwässerungsmedikamente (Diuretika, zum Beispiel vom Typ des HCT), die i.d.R.  so niedrig dosiert werden, dass die typischen Nebenwirkungen eines häufigen Harndrangs nicht auftreten.

2. ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptorblocker sind Medikamente, die am Hormonsystem der Niere angreifen und dadurch eine blutdrucksenkende Wirkung entfalten. Ein typisches Beispiel ist Ramipril, welches eine sehr gute blutdrucksenkende Wirkung hat, sehr selten (erfahrungsgemäß in ca. 10 %) als Begleitwirkung einen harmlosen Hustenreiz erzeugen kann.

3. Sogenannte Kalzium-Antagonisten, die überwiegend durch eine Erweiterung der Gefäße wirken. Hier ist ein klassischer Vertreter das Amlodipin.        Seltene, und grundsätzlich harmlose Nebenwirkung ist eine vermehrte Wassereinlagerung in den Knöcheln, beziehungsweise den Unterschenkeln.

4. Beta-Blocker, die verschiedene Angriffspunkte haben, oft sehr nützlich sind bei gleichzeitig bestehenden Herzrhythmusstörungen mit Beschleunigung des Herzschlags und bei  Herzschwäche. Als mögliche Begleitwirkungen treten gelegentlich Müdigkeit, Antriebslosigkeit und selten auch eine Gewichtszunahme auf. Typische Vertreter aus dieser Gruppe sind Metoprolol und Bisoprolol.